Kapitallebensversicherungen schlechter gestellt

Ein vor wenigen Tagen beschlossenes Gesetz zur Verwendung der stillen Reserven auf festverzinsliche Wertpapiere von Kapitallebensversicherungen fand bislang wenig Widerhall. Nach einer Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes werden künftig die Kunden von Kapitalversicherungen nicht mehr wie bisher automatisch an den stillen Reserven beteiligt.

Zukünftig wird in einem komplizierten Mechanismus ein Faktor zur Stabilisierung der Lebensversicherungsgesellschaften abgezogen und erst danach die Beteiligung der Kunden ermittelt.

Nahezu leer war der Bundestag abends gegen 22:00 Uhr, als die Beschlussfassung zum Unisex-Gesetz auf der Tagesordnung stand. Ganz kurzfristig wurde noch eine Ergänzung zu der bereits am 21.12.2012 in Kraft tretenden Gesetzesänderungen eingeschmuggelt. Kunden werden an den stillen Reserven auf festverzinsliche Wertpapiere bei Kündigung oder Ablauf nicht mehr in bisheriger Höhe beteiligt werden. Die Folge: Die Rückkaufwerte bzw. Ablaufleistungen für Millionen Versicherte werden sich bereits ab dem 21.12.2012 verringern. Erste Kommentare sprechen von einer durchschnittlichen Minderung der Ablaufleistungen von 5 -10%. ausgegangen. Somit werden Millionen Versicherte weiter in ihrer Altersvorsorge beschnitten. Alle Versicherten, die ihre Verträge bis zum 20.12.2012 kündigen, erhalten aber natürlich noch die höheren Rückkaufwerte!

Eilverfahren schröpft Lebensversicherte

Die Änderung bei der Beteiligung an den Bewertungsreserven kommt schnell. Nicht jeder Lebensversicherte kann rechtzeitig kündigen. Allerdings ist der Schritt auch nur unter bestimmten Voraussetzungen zu empfehlen. von Herbert Fromme

Die Kürzung der Beteiligung an den Bewertungsreserven der Lebensversicherer durch den Bundestag sorgt für große Unruhe unter Kunden. Einige dubiose Policenaufkäufer nutzen das aus und drängen Versicherte zu Kündigungen, die finanziell überhaupt keinen Sinn machen, damit sie dann das Geld in Sparplänen oder Fonds bei ebendiesen Firmen anlegen. So ist zu hören, der 21. Dezember 2012 sei der letzte mögliche Kündigungstermin. Das ist blanker Unsinn. An diesem Tag tritt die Gesetzesänderung in Kraft. Tatsächlich sind Kündigungen, mit denen Kunden die Bewertungsreserven nach dem bisherigen System erhalten, nur noch bis zum 30. November 2012 möglich. Allerdings gilt das nicht für alle Verträge......

Lesen Sie den kompletten Beitrag in der FTD:

http://www.ftd.de/finanzen/:stille-reserven-eilverfahren-schroepft-lebensversicherte/70120020.html

Die Probleme der Lebensversicherer und der Neukunden werden jetzt publik......

Bricht eine der wichtigsten Säulen der Altersversorgung weg? Nach Presseberichten können angeblich einige Versicherer nicht mehr den Garantiezins für Lebensversicherungen in voller Höhe auszahlen. Im Bundestag werden Hilfen für notleidende Lebensversicherungen diskutiert. 

Die Info basiert auch auf der Basis des internen Protokolls des Bundesfinanzministeriums. Hier wird auch ganz deutlich, welche Folgen mit einem plötzlichen Zinsanstieg verbunden wären– der auf den ersten Blick erst einmal positiv zu bewerten ist.

Jedoch bis der Tanker Lebensversicherung diesen Zinsanstieg wieder an die Kunden weitergeben kann, wären viele dazu bereit die Verträge aufzulösen um direkt am Markt an höheren Zinsen zu partizipieren. Der Run würde sukzessive los gehen nach dem Motto: Der Letzte macht das Licht aus. Dann würden die Privatkunden ihr Geld abziehen und der Kunde in den geförderten Schichten wäre der Dumme. Dieser Aspekt – einen möglichen Runs -  wird auch direkt am Anfang des Protokolls des BMF neben der Problematik mit den niedrigen Zinsen bewertet. (Protokoll liegt uns vor)

"1. Lage der deutschen Lebensversicherung

Die künftige Risikotragfahigkeit derLebensversichemngsunternehrnen wird auf mittlere Sicht im Wesentlichen durch Entwicklungen auf den Kapitalmärkten beeinflusst.

Die wichtigsten möglichen Belastungen durch den Kapitalmarkt sind

  • eine anhaltende Niedrigzinsphase (,japanische Verhältnisse")
  • ein mögliches Umschlagen in eine Hochzinsphase ("Inflationsszenario")."

Ferner wird deutlich wie hoch die Zinszusatzreserve bis 2020 aussieht. Sie liegt nach Meinung des BMF bei ca. 61 Mrd. €. (Diese Gelder stehen nicht für den Überschuss zur Verfügung sondern werden zur Finanzierung der 4% verwendet.!!!! Der aktuelle Neukunden finanziert dann den Garantiezins von 4%.

"Nach den Ergebnissen einer Untersuchung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Jahr 2011 bringt eine anhaltende Niedrigzinsphase alleine bis 2018 keinen deutschen Lebensversicherer in Schwierigkeiten, jedoch sinkt die Risikotragfahigkeit bei einer signifikanten Anzahl der Unternehmen. In der Gesamtschau könnten die Untemelunen bis zum Jahr 2025 eine Nettoverzinsung oberhalb des mittleren Rechnungszinses erzielen. Allerdings müssten sie bis zum Jahr 2020 zusätzliche Mehraufwendungen von insgesamt 61 Mrd. Euro für den Aufbau der Zinszusatzreserve leisten. Zur Finanziemng des mittleren Rechnungszinses und der Zinszusatzreserve reichen die Kapitalelträge nicht aus. Inzwischen hat sich das Zinsumfeld gegenüber den Testannahmen weiter verschärft. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Unternehmen künftig in Schwierigkeiten geraten können."

Der Artikel des Handelsblatts fasst diese Problematik noch einmal zusammen. In diesem volatilen Marktumfeld ist die Anlage bei den Elite Vermögensverwaltern 

– Warburg, Haspa, Dr. Jens Erhardt, Morningstar, Flossbach von Storch -

für den Kunden eine Chance einen stabilen Vermögensaufbau in den kommenden Jahren sicher zu stellen, bei dem er nicht die Altlasten der Lebensversicherer finanziert.

Deutsche Lebensversicherungen in Gefahr?

In einem Arbeitspapier des Bundesfinanzministeriums wird laut Handelsblatt vom heutigen Tag - so FOCUS-online - die Schieflage von Lebensversicherungen befürchtet. Bei den historisch niedrigen Zinsen könnten die Institute nicht einmal den aktuellen gesetzlichen Mindestzins (1,75% p.a.) erwirtschaften. Für viele Altverträge sind jedoch noch bis zu 4% pro Jahr garantiert.

Der Spagat ist nicht zu schaffen. Einerseits sollen die Versicherer das Deckungsstockkapital in erheblichem Maße in risikoarme Staatsanleihen investieren um andererseits eine Rendite oberhalb deren Verzinsung zu erwirtschaften. Wenn es tatsächlich dazu kommt, dass der gesetzliche Mindestzins ausgesetzt wird, dann dürfte das Neugeschäft zum Erliegen kommen. Wenn der gesetzliche Anspruch auf Mindestverzinsung zudem auch für Altverträge ausgesetzt wird, dürfte es zu einer gigantischen Kündigungswelle kommen. So oder so - viele Versicherer würden dies möglicherweise nicht überleben. Wer aber soll die Bundesanleihen kaufen, wenn mit den Versicherern ein Teil der potentiellen Käufer wegbricht? Das Dilemma, in dem der Staat in diesem Fall steckt, ist praktisch unüberbrückbar. Für viele Anleger gilt es, schnellstmöglich die richtigen Weichenstellungen vorzunehmen.