Der Euro und Immobilieninvestments

"Wenn es einen „Der Immobilienbrief Award“ für die Förderung des Immobilieninvestments gäbe, wären die Gewinner Zypern und die europäischen Regierungsinstanzen. Einbrecher und Immobilien profitieren. Der einzige Euro, der noch Geld wert ist, ist der unter dem Kopfkissen. Schließfächer sind sicherer als Konten. Keine Maßnahme war geeigneter, die Immobilienwirtschaft und die Immobilie als Wertaufbewahrungsmittel so zu pushen wie die geballte Dämlichkeit europaweiter Rettungshuddelei. Großanleger wissen jetzt, dass Bankkonten als Eigenkapital der Banken gelten. Kleinsparer wissen jetzt, dass man über die Sparanlagen nachdenkt. Guthaben sind nichts weiter als ein Kredit an eine Bank. Die Geldaufbewahrungsfunktion von Staatsanleihen zerdepperte Griechenland schon im letzten Jahr. Das Zypern-Einzigartigkeitsgerede der Politik ist Unsinn. Bei Bedarf wird zugegriffen, wo etwas zu holen ist. Europäisches Polit-Desaster, sich von einer Ökonomie der Größe Dortmunds zu Tabu-Bruch-Diskussionen verleiten zu lassen, erfüllt die Immobilienwirtschaft mit tiefer Dankbarkeit. Nie wurde die Notwendigkeit zu Sachwertinvestitionen so krass so deutlich gemacht. Gefahr besteht jetzt allerdings wieder in einer übersteigerten Reaktion der Anleger und der Immobilienwirtschaft. Ab heute beginnt der Kompressor, die Blase aufzupusten."

Zitat aus "Der Immobilien Brief" Ausgabe 292 vom 28.03.2013 von Werner Rohmert.