Blaupause für Sparerbeteiligung in Krisen

Wie Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat nun auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Zypern-Rettung als Vorbild für ähnliche Krisenfälle bezeichnet. "Die Beteiligung von Eigentümern, nachrangigen Anleihegläubigern und dann ungesicherten Anlegern muss der Normalfall sein, wenn ein Finanzinstitut in eine Schieflage gerät", sagte Schäuble der "Wirtschaftswoche" (Quelle: WAZ vom 20.04.2013).

Und ganz offensichtlich ist es ja so, dass zurzeit die Schieflage öffentlicher Haushalte regelmäßig mit der Schieflage der Banken des jeweiligen Landes eng verwoben sind. Die Frage, wie lange Deutschland "mal eben kurz die Welt retten" kann, stellt sich so mancher verunsicherte Sparer und durch die Dijsselbloem zunächst revidierte "Blaupausen-Äußerung", die nun durch Schäuble reanimiert wird, dürfte die Verunsichgerung kaum geringer werden. Bargeld (bzw. Tages-, Fest- oder Spargeld) lacht wohl längst nicht mehr so wie früher. Die Mutation des risikolosen Zinses zum zinslosen Risiko dürfte damit ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht haben.

Zutreffend beschreibt Philipp Vorndran/Floassbach von Storch das Risiko im jüngsten FvS-Newsletter wie folgt: Bankforderungen (Anleihen, Zertifikate und Einlagen von mehr als 100.000 Euro) sind dann riskant, wenn a) die Bank Verluste erleiden kann, die das haftende Eigenkapital übersteigt, b) die Bank nicht systemrelevant ist, c) das Einlagensicherungssystem, dem das Institut angehört, für den Haftungsfall nicht ausreichend dimensioniert ist, d) das Land, in dem die Bank oder deren haftende Muttergesellschaft sitzt, die Rettung nicht aus eigener Kraft stemmen kann und e) die Euro-Staatengemeinschaft eine vollumfängliche Haftungsübernahme ablehnt. Sind diese Kriterien erfüllt, muss der Anleger davon ausgehen, dass seine Bankforderungen schon heute im Falle einer Bankpleite Teil der Insolvenzmasse wären.

Erstaunlicherweise wurde bei der Berichterstattung über das Schröpfen der Sparer in Zypern kaum ein Wort darüber verloren, dass selbst die Kunden der untergegangenen Laiki Bank, die statt eines Termingeld- oder Sparkontos ein Investmentdepot führten, von der staatlich verordneten Vermögens-Schrumpfkur nicht betroffen waren. Ein mehr als deutliches Argument für die Investition in Investmentfonds, welches die bange Frage der Anleger nach dem "Wohin mit dem Geld" beantworten könnte.