Ein kleiner Vergleich zum Weltfondstag

Am 19.04. war Weltfondstag. Da das Motto in diesem Jahr "Flexibilität" lautet, muss bis zur Aufklärung hinsichtlich der Transparenz also noch mindestens ein Jahr gewartet werden. Wir wollen deshalb schon mal einen kleinen Beitrag in punkto "Transparenz" leisten. Da viele, viele Anlegher-Milliarden nach wie vor in Aktienfonds investiert sind, wird es Zeit, dass Anleger begreifen, dass sie sich solchen Risiken nicht aussetzen müssen. Der Vergleich zeigt vier Aktienfonds, in denen aktuell rund 24 Milliarden Euro verwaltet werden. Über einen 10-Jahres-Zeitraum (der übrigens das erste Jahr nach Platzen der Tech-Bubble nicht beinhaltet!) werden sie verglichen mit zwei vermögensverwaltenden Fonds. Die immer wieder bekräftigte These, dass man erhöhte Risiken in Kauf nehmen muss, um eine bessere Wertentwicklung zu erzielen, scheint sich nun wirklich nicht zu bestätigen. Eher scheint es umgekehrt: Um langfristig eine gute Wertentwicklung zu erzielen, sollte man eher über eine sinnvolle Reduktion der Risiken nachdenken.

Die Grafik zeigt, dass die Aktienfonds von den 10 abgebildeten Jahren nur in zwei bis drei Jahren (siehe die mit Pfeilen markierten Zeiträume) mit der Schaffung von Mehrwert für den Anleger beschäftigt waren. Sieben bis acht der 10 Jahre hingegen mussten sie entweder Verluste in Kauf nehmen oder waren damit beschäftigt, diese wieder aufzuholen. Da mit Ausnahme des "M&G Global Basics" alle Aktienfonds weit unterhalb ihrer letzten Höchststände notieren, wird sich an dieser Relation vorerst kaum etwas zu Gunsten des Zeitraumes, in dem Mehrwert geschaffen wird, ändern lassen.

Interessant in diesem Zusammenhang: Bei der kundenindividuellen Erstellung von Anlagevorschlägen lautet eine der Schlüsselfragen, welchen temporären Verlust - gerechnet vom jeweils zuletzt erzielten Höchststand aus - der Anleger bereit ist, in Kauf zu nehmen. Noch nie wurde auf diese Frage hin ein Prozentsatz von mehr als 15% genannt. Bei Depotchecks von Hausbankdepots jedoch lag der historische Maximalverlust der überprüften Depots in aller Regel mehr als doppelt so hoch wie die auf Befragung hin genannte Verlustobergrenze.

Die Fondsgesellschaften reagieren nur schleppend, doch immerhin meldet der BVI für 2011, dass 170 Aktienfonds geschlossen wurden, während nur 110 neue Aktienfonds aufgelegt wurden. Demgegenüber gab es 128 neue Mischfonds, denen 93 Fondsschließungen in diesem Segment gegenüber standen.