Comeback der Managed Futures?

Wie heißt es so schön? Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Aber andererseits ist die erste Schwalbe doch meist ein Indiz dafür, dass der Winter nun vorbei ist. Ähnlich könnte es sich bei den Managed Futures verhalten, die nun einen längeren Winterschlaf hinter sich haben, der manchem Kunden zu kräftig an der Substanz gezehrt hat, was nicht selten eine Trennung zur Folge hatte.

Unsere stereotype Auskunft dazu: Wenn man der festen Überzeugung ist, dass Managed Futures nie wieder eine Chance auf gute Erträge bieten werden, dann sollte man sich von entsprechenden Fonds trennen. Ist man jedoch - wie wir - der Meinung, dass nach einer Schwächephase für Managed Futures auch wieder einer Stärkephase folgt, dann bieten Managed Futures-Fonds einen ganz entscheidenden Vorteil, indem sie nämlich ihre Stärkephasen häufig zu einem Zeitpunkt haben, zu dem andere Fondskonzepte tendenziell eher schwächeln. Unter diesem Aspekt - so unsere Stellungnahme dazu - muss man einen gewissen Anteil an Managed Futures-Fonds eben betrachten wie eine Feuerversicherung, die man bekanntlich auch nicht mit der Begründung kündigen sollte, dass das Haus bislang nicht gebrannt hat.

Seit Ende letzten Jahres ist bei verschiedensten Managed Futures-Fonds ein klarer Aufwärtstrend zu beobachten. Sechs Wochen in Folge lieferte bspw. der "Estlander & Partners Freedom UI" (A1CSUT) nun ein positives Ergebnis ab. Seit Jahresbeginn konnte der Fonds bereits um 3,57% zulegen. Der von jeher defensiver agierende "SEB Asset Selection" (A0J4TG) konnte da nahezu mithalten. er liegt seit Jahresanfang mit 3,02% im Plus. Für seine Verhältnisse geradezu explodiert ist der bei vielen Beratern längst in Ungnade gefallene "Nordea 1 - Heracles Long/Short MI" (A0NDW9), der über die letzten drei Monate um 10,54% zulegte, was jedoch letztendlich nahezu dem gesamten Wertzuwachs seit Auflage dieses Fonds vor nun bald fünf Jahren entspricht (deshalb auch nach wie vor keine Empfehlung mehr für diesen Fonds). Lediglich der vom Konzept her sehr ansprechende "AC Quant - Spectrum" bleibt vorerst Sorgenkind. Mit nur 1,49% Wertzuwachs seit Jahresanfang bleibt der Fonds deutlich hinter unseren sonstigen Empfehlungen für das Managed Futures-Segment zurück und die Empfehlung, den Fonds ggfs. noch zu halten, könnte sich bei Fortsetzung dieser relativen Underperformance über kurz oder lang in eine Verkaufsempfehlung wandeln.

Eines muss man jedoch Managed Futures-Fonds zugute halten: Obwohl sie im Allgemeinen als wesentlich risikoreicher eingestuft werden als globale Aktienfonds, die in der Vergangenheit durchaus vielfach bewiesen haben, dass eine Halbierung ihres Wertes in Krisenzeiten durchaus normal ist, haben Managed Futures-Fonds in ihren Krisenzeiten deutlich geringere Drawdowns zu verzeichnen. Mit einem Maximum Drawdown von 12,30% unterstreicht der "SEB Asset Selection" seine defensive Ausrichtung. Mit 29,20% Maximum Drawdown (in einem wesentlich kürzeren Zeitraum) bestärkt uns der "AC Quant - Spectrum" hingegen, sehr genau hinzuschauen, ob ein Ausrangieren nicht empfehlenswert sein könnte. Nichtsdestotrotz liegen die Drawdowns weit unter denen von Aktienfonds, so dass - dies ist unsere feste Überzeugung - Managed Futures mit ihrer häufig negativen Korrelation zu Aktien- und Rentenmärkten auch weiterhin eine wichtige Beimischung fürs Depot bleiben sollten.