Fast 800 Milliarden Euro Tagesgeld

In den letzten fünf Jahren hat sich die Summe aller Tegesgeldanlagen von deutschen Anlegern mehr als verdoppelt, obwohl die durchschnittlichen Zinsen für Tagesgeld im gleichen Zeitraum von mehr als 3% auf weniger als 1% p.a. gesunken sind. Das Sicherheitsbedürfnis ist offensichtlich mehr denn je so hoch, dass negative Realzinsen dafür in Kauf genommen werden. Rechnet man sonstige Geldanlagen wie Spar- und Festgelder sowie Bundesschatzbriefe und kurz laufende Bundesanleihen hinzu, so bringt mehr als ein Drittel der Geldanlagen der Bundesbürger nach Steuer und Geldentwertung eine programmiert negative Rendite. Der können sich Kapitallebensversicherungen allenfalls durch ihre steuerlichen Privilegien entziehen, was allerdings voraussetzt, dass sie deutlich mehr als den aktuellen Garantiezins erwirtschaften (was bekanntlich längst nicht allen Versicherungen gelingt).

Gleichzeitig liegen die Dividendenrenditen höher als die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen. Aktien sind historisch günstig. Natürlich schwanken die Kurse von Aktien und die Eintrübung der Konjunktur mag auch noch mal eine Korrektur der Aktienkurse mit sich bringen. Mittel- und langfristig sollte es aber mit den Aktienkursen sehr kräftig bergauf gehen, wenn ... ja wenn es nicht zu den heftigen Turbulenzen kommt, mit denen viele Anleger längst rechnen, was übrigens ihre Vorsicht erlärt.

So oder so - es könnte eine Rückkehr zu ausgeprägten Trends geben. Viele vermögensverwaltende Fonds, die in den letzten zwei Jahren aufgrund der politisch bestimmten Märkte ihre Stärken nicht ausspielen konnten, werden dann wieder zu Bestform auflaufen. Fonds, die 2003 bis 2007 stark performten und/oder die Finanzkrise unbeschadet oder gar mit Gewinn überstanden, werden auch dann wieder zu den Gewinnern zählen, wenn sie jüngst eher zu den Verlierern gerechnet werden mussten. Wer auf einen guten Mix vermögensverwaltender Konzepte setzt, sollte mittel- und langfristig nur gewinnen können. Wer im Tagesgeld bleibt, gehört jedoch auf jeden Fall zu den Verlieren.