„Die Schuldenlawine“ - dieses Buch ist ein Muss

Hans Christoph Ries, Finanzjournalist/ Investmentanalyst (DVFA) Den Autoren Bert Flossbach und Philipp Vorndran ist ein bemerkenswertes Werk gelungen. Sie analysieren offen und schonungslos die Hintergründe der globalen Finanz- und Eurokrise. Sachlich und gut verständlich wird das Handeln der unheilvollen Troika aus Politikern, Ban- kern und Notenbankern offengelegt. Die Schlussfolgerung der Autoren ist vernichtend. Sie glauben nicht, dass die Verantwortlichen zu einer konstruktiven Lösung beitragen werden. Die Vergangenheit belegt eindeutig, dass gerade in der Politik Probleme nicht angegangen und gelöst wer- den, sondern man sie in die Zukunft verschiebt. So werden „mittlerweile nur noch Zeitbomben hin- und hergereicht, von denen man hofft, dass sie einem während der eigenen Amtszeit nicht in der Hand explodieren“.

Wo geht die Reise hin? Flossbach/Vorndran gehen davon aus, dass der Staat sich durch Inflation Zeit erkauft und versucht, der Schul- denlawine durch Geldentwertung beizukommen. Das bedeutet, dass die Notenbanken ihre Politik des leichten Geldes fortsetzen, da nega- tive Realzinsen als probates Mittel gesehen werden, den Abbau der Staatsschuldenquote zu ermöglichen.

In diesem Szenario definieren sie den Risikobegriff neu. In der alten Welt war Risiko eine nominale Größe. Alle Vermögenswerte ohne Preisschwankungen waren automatisch risikolos. In der neuen Welt ist unter Risiko vor allem die Gefahr eines realen Kapitalverlustes zu

verstehen. Das heißt: „eine risikolose Anlagemöglichkeit gibt es nicht mehr“. Galten früher Staatsanleihen per se als sicher, sind sie heute entweder nicht mehr sicher oder bringen kaum noch Zinserträge. Einen sicheren positiven Realzins gibt es also nicht mehr. Wer sein Kapital erhalten will, muss ins Risiko gehen. Wer das nicht möchte, ist schon drin. In die- sem Umfeld bleiben nach Ansicht der Autoren Flexibilität und Risikostreuung durch Diversi- fikation die wichtigsten Postulate einer umsichtigen Anlagestrategie. Sie dienen auch dazu, mögliche Fehleinschätzungen zu begrenzen. Die Autoren belassen es aber nicht nur bei der Analyse, sondern geben dem Leser konkrete Handlungsempfehlungen.

Interessant für unsere Leser: Flossbach/Vorndran sehen in Teilen des Wohnimmo- bilienmarktes in Westeuropas bereits Anzeichen für eine Blasenbildung. Allerdings: „Bis zum Platzen dürfte es aber noch ein weiter Weg sein“.

Das Buch „Die Schuldenlawine“ ist im Finanzbuchverlag (FBV) erschienen.