IVG-Studie zum Immobilienmarkt veröffentlicht

Gestern wurden die Details der IVG Studie in DasINVESTMENT.com veröffentlicht. Auch wenn für einen großen Teil der Objekte in den aufzulösenden offenen Immobilienfonds kein Feuerarlarm ausgelöst scheint, so sieht doch alles danach aus, dass die "Zitronen" noch für Preisabschläge sorgen werden. Es mag auf den ersten Blick eine gute Nachricht sein, dass der "hausInvest global" (980701) gerade vier kanadische Shopping-Center zu einem Preis oberhalb des letzten Buchwertes verkaufen konnte. Allerdings muss man sich auch die Frage stellen, warum sich die Commerz Real von diesen "Rosinen" trennt, die mit durchschnittlich 8% p.a. einen sehr attraktiven Beitrag zur Performance des Fonds leistete, der insgesamt in 2011 nur 2,60% Wertzuwachs generierte. Mussten einmal mehr Rosinen verkauft werden, um Liquidität zu beschaffen und Fremdfinanzierungen abzubauen?

Per 31.12.2011 wies das Factsheet des "hausInvest global" ein Fondsvermögen von 10,12 Milliarden Euro und eine Liquidität von 1,53 Milliarden Euro aus. Sechs Monate später liegt das Fondsvermögen mit 9,44 Milliarden Euro um knapp 7% niedriger. Die Liquidität ist mit 1,22 Milliarden Euro sogar um mehr als 20% abgeschmolzen. Es gehört wenig Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass mit dem aktuellen Verkauf der verbleibende Bestand des Fonds einen höheren prozentualen "Zitronenanteil" hat.

Für unsere Begriffe besteht die Gefahr, dass die vier verbliebenen großen Anbieter von offenen Immobilienfonds von den positiven Meldungen über veräußerte Objekte insbesondere der in Auflösung befindlichen Fonds zunächst noch profitieren. Der Bodensatz der Zitronen artikuliert sich erst sukzessive durch Anpassungen der Gutachter-Werte, auf die der Druck noch nicht so groß ist, solange Objekte über statt unter ihrem Buchwert veräußert werden können. Es besteht also die Gefahr, dass der mitgeteilte Preis der offenen Immobilienfonds nicht mit ihrem Wert übereinstimmt. Anleger, die zum "Preis" investieren, um dann ggfs. zum "Wert" abgewickelt zu werden, dürften dies kaum lustig finden. Berater, die nicht auf die gravierenden Risiken hingewiesen haben, ebenfalls nicht. Denn falls ein weiterer offener Immobilienfonds in die Abwicklung muss, wird jeder Anwalt mühelos den Beweis führen können, dass das Risiko, auf welches hinzuweisen war, sehr groß war.