Bundesschatzbrief wird abgeschafft

Die Finanzagentur des Bundes wird keine neuen Bundesschatzbriefe mehr ausgeben. Damit verschwindet eines der beliebtesten Anlagevehikel der Deutschen, wobei man schon viel Phantasie braucht, um zu verstehen, dass die Bundesschätzchen mit einer Laufzeit von sechs bzw. sieben Jahren, bei denen die Zinsen von Jahr zu Jahr steigen, immer noch beliebt sein sollen. Immerhin haben Bundesschatzbriefe vom Typ A (laufende Zinszahlung) zuletzt nur noch eine durchschnittliche Rendite von 0,51% eingebracht - wohlgemerkt vor Steuern und selbst die ein Jahr länger laufenden Papiere mit endfälliger Zinszahlung brachten es nur auf 0,69% im Schnitt. Der Vorteil war natürlich, dass Bundesschatzbriefe keinen Kursschwankungen unterlagen. Andererseits war ihre vorfällige Rückgabemöglichkeit begrenzt und führte zudem zu einer geringeren Verzinsung, da die jährlichen Zinsen von Jahr zu Jahr stiegen.

Die Begründung für diesen Schritt: Bundesschatzbriefe und insbesondere auch deren kostenlose Verwahrung bei der in Bad Homburg ansässigen Finanzagentur (früher: Bundesschuldenagentur) sind einfach zu teuer. So wird die Finanzagentur bereits ab dem 22. August des Jahres keine neuen Bundesanleihen oder Finanzierungsschätze mehr in die kostenlosen Anlegerdepots mehr einbuchen und ab 2013 überhaupt keine neuen Depots mehr eröffnen. Anleger müssen ihre Bundeswertpapiere künftig über Banken oder Sparkassen im Depot verwahren lassen. Bei Finanzierungsschätzen, die aktuell über ein oder zwei Jahre eine Rendite von 0,0001% haben, wird die Anlage zum Steuermodell, weil die Depotkosten dann künftig deutlich höher sind als die zu versteuernde Rendite.

Die Schildkröte, die seit ca. fünf Jahren für die Anlage in Bundesschatzbriefen warb, wird dann wohl vorzeitig in den Ruhestand geschickt werden.