Performance-getriebene Fondsinvestitionen

Wenn die Investitionen aufgrund zeitweise besonders guter Performancedaten erfolgen, so bedeutet dies leider oft, dass die Performance, wegen der eine Investition erfolgte, sich nicht im Anlegerdepot wiederfindet. Dies kann daran liegen, dass der besonders guten  Performance erst mal ein heftiger Absturz folgt, so dass die Anleger den Fonds enttäuscht wieder abstoßen. Es kann aber genauso gut sein, dass die besonders gute Performance aufgrund einer vorerst nicht wiederholbaren Sondersituation erfolgte. Leider schauen Anleger viel zu selten auf die Plausibilität von Konzepten sondern ausschließlich nach der (vergangenen) Performance. Ein typisches Beispiel ist der inzwischen größte in Deutschland zum Vertrieb zugelassene Rentenfonds "Templeton Global Bond" (A0MNNM). Die Grafik zeigt sehr schön, dass in der starken Aufwärtsphase seit Herbst 2008 noch nicht viele Anleger zugriffen, denn der größere Teil des Volumenanstiegs von 10 auf 20 Milliarden ist der Performance selbst geschuldet. Erst nachdem der Fonds mit einem Drei-Jahres-Ergebnis von 29,4% Plus pro Jahr von sich reden machte, investierten die Anleger auf breiter Front (und haben seitdem noch nichts verdient). Kommt es in absehbarer Zeit zu steigenden Zinsen und/oder gegenüber dem US Dollar zu schwächeren Währungsrelationen (der Fonds ist stets gegenüber Euro abgesichert und wird aus Sicht eines US Dollar-Anlegers gemanagt), so dürfte es zu (zumindest temporären) Kursverlusten des Fonds kommen. Genau die Anleger, die zuletzt wegen der tollen Performance investiert haben, werden dann die ersten sein, die enttäuscht ihr Geld wieder abziehen. Nur ein Beispiel, wie deutsche Anleger mit ihren Spar-Milliarden umgehen.