CHANCE UND RISIKO AM BEISPIEL EINES AKTIENFONDS


Höhere Chancen sind im Prinzip nichts anderes als der „Lohn der Angst“ – oder anders ausgedrückt: Langfristig höhere Erträge sind die Risikoprämie für die in Kauf genommenen Schwankungen der Wertentwicklung. Am Beispiel eines außerordentlich erfolgreichen Fonds, der übrigens – damit keine Missverständnisse aufkommen – deutlich besser rentierte als die überwältigende Mehrzahl aller ähnlichen in Deutschland zugelassenen Fonds – soll aufgezeigt werden, was damit gemeint ist. Es handelt sich um den im Oktober 1990 aufgelegten europäischen Aktienfonds „Fidelity European Growth“. Nur die allerwenigsten Anleger dürften allerdings seit Beginn dabei sein, denn alleine im letzten Jahrzehnt floss dem Fonds fast die Hälfte seiner aktuellen Anlagemittel zu.

Über die gut 21 Jahres seines Bestehens hat der Fonds im Schnitt pro Jahr rund 10,3% erwirtschaftet. Doch dieser Erfolg verteilte sich keineswegs linear. Nach vierjähriger Seitwärts-bewegung folgte ein Anstieg von 250% in drei-einhalb Jahren. Anleger, die nun den Mut zum Einstieg fassten, erlebten zunächst einmal 41,5% Minus im Herbst 1998. Nur wer durchhielt, gewann anschließend in knapp zwei Jahren 170% hinzu, ehe ein erneuter „Crash auf Raten“ mit einem Minus von abermals rund 40% folgte. Ab März 2003 hat sich der Wert deutlich mehr als verdoppelt, ehe es dann gar um 57% bergab ging. Dies ist der Preis für hohen langfristigen Wertzuwachs.